Dettighofen

3.4.2012

Inzwischen haben sich Arbeitsgruppen zu den Bereichen „Öffentlichkeitsarbeit“, „Technik“ und „Finanzen, Genossenschaft“ gegründet. Der Schwerpunkt der letzten Monate lag in der Durchführung von Hausbesuchen,  um genügend Vorverträge mit Wärmekunden abschließen zu können.

Im Vorfeld der Hausbesuche wurde ein Flyer von der Arbeitsgruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ entworfen und an alle  Haushalte im Ortsteil Dettighofen verteilt. Des Weiteren wurde eine Arbeitsmappe entworfen, die die Mitglieder  der IG zu den Hausbesuchen mitgenommen haben. Aktuelle Sachstände wurden über das Mitteilungsblatt veröffentlicht. Am 23.03. fand eine Informationsveranstaltung in der Gemeindehalle statt. Über 100 intereressierte Bürgerinnen  und Bürger haben das Angebot wahrgenommen.

In den kommenden drei Monaten steht der Abschluss von mind. 80 Vorverträgen im Mittelpunkt, welcher Basis für  den Start des gesamten Projektes ist. Parallel soll die Gründung der Genossenschaft vorbereitet werden.

Parallel soll ein Ingenieurbüro zur Ausarbeitung der Planung beauftragt und die Leistungen ausgeschrieben werden. Im selben Zeitraum sollen auch Zuschussanträge gestellt und die Finanzierung abgeklört werden. Der „ehrgeizige“ Zeitplan sieht vor, möglichst noch vor den Sommerferien ausschreiben zu können und evtl.  im Oktober mit den ersten Bauarbeiten beginnen zu können.

29.8.2011

Am 03. August 2011 wurde ein Entwurf der Machbarkeitsstudie präsentiert. Die Studie soll nach Überarbeitung durch das Ingenieurbüro bis spätestens Ende August fertig gestellt werden.

Nach dem Entwurf ist der Aufbau eines Wärmenetzes grundsätzlich möglich. Allerdings müssen entlang des geplanten Leitungsnetzes mind. 70 % Wärmekunden gewonnen werden, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu garantieren. Die Studie soll die Vorschläge und Änderungswünsche der Interessengruppe, die bei der Vorstellung am 03.08. gemacht wurden, aufnehmen und so optimiert werden. Offen ist noch die genaue Umsetzungsvariante, möglich sind u.a. eine zusätzliche Hackschnitzelheizung, eine Pelletsheizung oder ähnliche Lösungen.

Hauptaspekt bei der Machbarkeitsstudie war die Untersuchung des Aufbaus eines Wärmenetzes für den Ort Dettighofen. Weitere Untersuchungen wurden
zu den Potenzialen für Wind- und Wasserenergien, sowie zum möglichen Ausbau der Sonnenergie vorgenommen.

Sobald die endgültige Version der Machbarkeitsstudie vorliegt, will sich die Interessengemeinschaft gemeinsam mit dem Gemeinderat über die weiteren Schritte unterhalten. Zentrale Punkte sind dabei die Entscheidung über die favorisierte Technik bzw. den Ausbaustand. Darauf aufbauend sollen mit den ermittelten Zahlen die Haushalte aufgesucht und im persönlichen Gespräch die Zahl der potenziellen Wärmekunden ermittelt werden.

Realistisch erscheint der Abschluss der Bürgergespräche bis Ende des Jahres. Dann sollte die Zahl derer einigermaßen feststehen, die an das Wärmenetz anschließen würden. Parallel hierzu muss eine Vorgesellschaft gegründet werden, die spätestens Anfang 2012 Vorverträge mit diesen Interessenten und mit den Wärmelieferanten abschließt.

 

Besichtigung der Heizzentrale in Hochdorf
Vortrag im Bioenergiedorf Grosselfingen

16.7.2011

Dettighofen auf dem Weg zum Bioenergiedorf – Bericht über die Exkursion nach Grosselfingen und HochdorfEine 20-köpfige Delegation aus Dettighofen besuchte am 16.7.2011 die Bioenergiedörfer Grosselfingen und Hochdorf und konnte sich aus erster Hand über theoretische und praktische Aspekte informieren. Hier der Bericht der Gemeinde Dettighofen im Wortlaut:

Eine 20-köpfige Gruppe an interessierten Bürgerinnen und Bürgern konnte am 16.07.2011 eine ausgesprochen interessante, kurzweilige und informative Fahrt zu den bestehenden Bioenergiedörfern nach Grosselfingen im Zollernalbkreis und Hochdorf im Landkreis Biberach unternehmen. In beiden Orten wurde die Gruppe von kompetenten Referenten und Gastgebern in das jeweilige Projekt und deren Eigenheiten eingeweiht. Bei der Besichtigung der jeweiligen Anlagenteile hatten die Teilnehmer die Möglichkeit das Ergebnis der theoretischen Vorträge in der Praxis zu begutachten.

Grosselfingen:
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Möller informiert Herr Keller von der Fa. Clean-Energy zunächst über die Vorteile eines Bioenergiedorfes bzw. die sinnvolle Aufstellung einer Wärmekonzeption für eine Biogasanlage, welche oft Ausgangspunkt für ein Wärmenetz ist. Danach erläuterte er die konkrete Umsetzung des Projektes in Grosselfingen. Die Fa. Clean-Energy tritt als Netzbetreiber auf. Grundlage für die Wärmelieferung ist eine Biogasanlage mit rund 500 kW Leistung. Herr Keller gab Tipps zur Umsetzung des Projektes. Viele Hürden, vor allem auch psychologische Hürden müssen gemeistert werden.

Im Anschluss an die Ausführungen gab Herr Hellstern von der Bürgergenossenschaft in Bittelbronn einen Einblick in die Schwierigkeiten bei einer rein über die Bürger organisierten Umsetzung. Neben den auch von Herrn Keller angesprochenen Hürden in jeder Umsetzung kommt bei dieser Betreiberlösung hinzu, dass i. d. R. Laien sich in die Rechtsmaterien von Gesellschaftsform, Verträgen und sonstiges einarbeiten müssen und vor allem auch Bereitschaft zur Übernahme eines finanziellen Risikos bestehen muss.

Herr Dihringer stand bei der anschließenden Besichtigung einer Übergabestation, sowie der Pumpstation für technische Fragen Rede und Antwort.

Hochdorf:
Bürgermeister Bonelli begrüßte die Truppe als Gastgeber, gleichzeitig aber auch als Vertreter des Netzbetreibers, da anders als in Hochdorf und Bittelbronn die Gemeinde selbst das Wärmenetz in Hochdorf betreibt. Herr Bonelli führt als treibende Kraft in der Umsetzung in die Eigenheiten des Projektes in Hochdorf ein und geht auf Schwierigkeiten in der Umsetzung und Lösungsansätze bei Problemen ein. In Hochdorf wird das Wärmenetz von der Abwärme einer der größten Biogasanlagen im Land Baden-Württemberg gespeist. Als weitere Heizquelle wurde eine Holzhackschnitzelanlage gebaut, deren Wärme derzeit aber noch nicht benötigt wird. Diese Wärme wird erst beim Ausbau des Wärmenetzes benötigt.

Neben Herr Bonelli stehen Herr Huchler vom betreuenden Ingenieurbüro und Herr Dobler als Betreiber der Biogasanlage für Fragen zur Verfügung. Beide führen die Gruppe im Anschluss an die theoretischen Ausführungen durch die Heizzentrale mit Holzhackschnitzelkessel und die Biogasanlage, die Herr Dobler mit einem weiteren Landwirt betreibt. Als Reserve für Ausfallzeiten wurde neben dem Biomassekessel ein Pufferspeicher mit einem Fassungsvolumen von 100.000 l gebaut.

Allen Gastgebern und Referenten gebührt Dank und Respekt für die jeweilige Umsetzung der Projekte. Von beiden Orten konnten viele Anregungen und Ideen für das eigene Projekt mitgenommen werden.

24.5.2011

Mit nur 646 Einwohnern ist Dettighofen, etwa fünf Kilometer vom Hochrhein entfernt, die kleinste Gemeinde unter den Gewinnern. In Dettighofen sollen die Abwärmenutzung einer bereits bestehenden Biogasanlage mit 500kW und ein neu zu bauender Hackschnitzelkessel kombiniert werden und so ausreichend Wärme für den Bau eines Nahwärmenetzes liefern. Das Netz soll von einer Bürgerenergiegenossenschaft betrieben werden.

Die Haushalte wurden bereits in einer ersten Fragebogenaktion nach ihrem grundsätzlichen Interesse gefragt, ca. 40 Prozent nahmen an der Befragung teil. Außerdem hat sich bereits eine Arbeitsgruppe gegründet und in die Fachgebiete Öffentlichkeitsarbeit/Organisation, Finanzen/Genossenschaftsbildung und Technik aufgeteilt. Für die öffentlichen Gebäude strebt die Gemeinde zusätzliche Einsparungen in den Bereichen Wärme und Energie an.
Bei den Potenzialen ist bereits klar, dass Wasser- und Windkraft keine Rolle spielen werden.

Wasserläufe sind nicht vorhanden. Die von der Gemeinde auf eigener Gemarkung ausgewiesene Vorrangfläche für Windkraftanlagen wurde von der Regionalplanung der alten Landesregierung wieder gestrichen. Hier bleibt abzuwarten, ob sich durch den Regierungswechsel etwas ändert. Als nächsten Schritt plant die Gemeinde eine Exkursion zu bereits bestehenden Bioenergieprojekten in Hochdorf oder Grosselfingen.
Das Ingenieurbüro Schuler aus Stuttgart wurde inzwischen mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie beauftragt.

Termine, Veranstaltungen

Breitnauer Bürger besichtigen die Bioenergiedörfer Immendingen-Mauenheim und Leibertingen

20 Bürgerinnen und Bürger aus Breitnau besuchten am 26.11.2011 die Bioenergiedörfer...


5. Kommunalforum "Bioenergiedörfer auf dem Weg" am 25.10.2011 in Oberharmersbach

Die Kampagne BioenergieRegion Südschwarzwald Plus lädt am 25.10.2011 zum 5. Kommunalforum...


Naturpark Südschwarzwald fördert Gemeinden bei der Umstellung auf eine regenerative Energieversorgung

Gemeinden auf dem Gebiet des Naturparks Südschwarzwald können sich mit bis zu 20.000 Euro bei der...