

30.3.2012
Ein großer Schritt wurde mit der Gründung der Bürgergenossenschaft BreitnauEnergie eG i.G. am 18.10.2011 vollzogen. Seither liegt die Verantwortung und Organisation satzungsgemäss primär in den Händen des Vorstandes in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Die Organe der Genossenschaft bestehen hauptsächlich aus den bisherigen AK-Mitgliedern, so dass Kontinuität gegeben ist.
Bezüglich der Wärmeerzeugung musste die Gemeinde nach dem Rückzug unseres Biogas-Lieferanten im Dezember 2011 (dieser konnte die Liefersicherheit quantitativ und auf Zeit nicht gewährleisten) ein neues Konzept entwickeln, das dem gestiegenen Wärmebedarf Rechnung trägt. Die Wärmeerzeugung erfolgt nunmehr auf der Basis eines genossenschaftseigenen BHKWs, befeuert mit Bioerdgas und einer Holzhackschnitzelanlage.
Eine der veränderten Situation Rechnung tragende Machbarkeitsstudie ist seit einiger Zeit vom Planungsbüro „Zelsius“ angekündigt, liegt leider jedoch noch nicht vor, wohl aber eine aktuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung, die die rechnerische Tragfähigkeit darstellt.
Die Bankgespräche zur Sicherstellung der Projektfinanzierung sind abgeschlossen, Angebote liegen vor und die Entscheidung über den Bankpartner wird noch diesen Monat getroffen. Darüber hinaus sind die Förderanträge gestellt. Die Bauvoranfrage für die Heizzentrale wurde bereits eingereicht. Das ggf. witterungsbedingt knappe Zeitfenster im Hochschwarzwald macht es erforderlich, dass immer mehrere Projektschritte zeitgleich angegangen werden.
Noch bevor sich in 12/2011 der Biogas-Landwirt zurückzog, unternahmen interessierte Bürger im November 2011 eine Exkursion nach Mauenheim und Leibertingen. Im Gemendeblättle sowie in der Tagespresse wurde danach berichtet. Am 14.02.2012 fand eine Informationsveranstaltung für alle bislang beigetretenen 94 Genossenschaftsmitglieder sowie weiteren Interessenten statt, um sie über die veränderte Vorgehensweise bzgl. der Wärmeerzeugung zu informieren. Auch darüber wurde in der Tagespresse sowie im Gemeindeblättle ausführlich berichtet. Auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer anlässlich dieser Informationsveranstaltung wird die Genossenschaft künftig solche Veranstaltungen in regelmässigen Abständen durchführen.
Derzeit kann davon ausgegangen werden, dass die erforderlichen Förderanträge im Mai 2012 genehmigt werden. Ausserdem kann auch bis Mai mit einer Baugenehmigung für die Heizzentrale gerechnet werden.Gleichzeitig werden die bis dahin eingeholten Angebote für das Wärmenetz sowie BHKW und Holzkessel sondiert. Die Gemeinde hofft, dass so rechtzeitig über ihre Förderanträge entschieden wird, um mit der Auftragsvergabe und dem ersten Spatenstich nicht allzusehr in Verzug zu geraten.



26.11.2011
Breitnauer Bürger besichtigen die Bioenergiedörfer Immendingen-Mauenheim und Leibertingen. Hier der Bericht der Gemeinde im Wortlaut
Im Rahmen des Gewinns „Bioenergiedörfer am Start“ machte sich eine Gruppe von 20 interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Breitnau am 26.11.2011 mit dem Bus auf den Weg in die Bioenergiedörfer Immendingen-Mauenheim und Leibertingen, um sich vor Ort davon zu überzeugen, wie der Betrieb eines Nahwärmenetzes in Kombination von Biogasanlage und einer Holzhackschnitzelheizung in Theorie und Praxis funktioniert. Die beiden Orte wurden gezielt gewählt, weil Sie nahezu deckungsgleich mit der in Breitnau beabsichtigten Realisierung sind.
Nach der pünktlichen Abfahrt bereits um 8:00 Uhr morgens in Breitnau war der erste Zwischenstopp in Geisingen im Tagungszentrum des Hotel Sternen. Der Vorstand der solarcomplex AG i. Singen/Htwl., Herr Bene Müller, demonstrierte dort mit seinen Ausführungen und fundierten Fakten sehr anschaulich die Ist-Situation sowie weitere Entwicklung nach der Energiewende. Die solarcomplex AG plante, realisierte und betreibt im Bodenseeraum teilweise selbst mehrere Projekte und verfügt somit über viel Erfahrung. So wurde auch Immendingen-Mauenheim als erstes Bioenergiedorf in Baden-Württemberg realisiert. Nach anregender Diskussion mit Herrn Müller, ging dann die Fahrt zügig weiter nach Mauenheim. Seit 2006 versorgt sich der Ort strom- und wärmeseitig komplett aus heimischen erneuerbaren Energien. Über ein 4 km langes Nahwärmenetz wird Wärme aus einer Biogasanlage und einer Holzhackschnitzelheizung an rund 70 Gebäude geliefert. Vor Ort konnten die Teilnehmer dann unter sachkundiger Anleitung von Frau Gaukler von solarcomplex die Biogasanlage als auch die Heizzentrale mit Hackschnitzelbunker und Pufferspeichern besichtigen. Viele neugierige Fragen wurden gestellt und für die Teilnehmer fachkundig beantwortet.
Weiter ging dann die Fahrt nach Leibertingen, wo die Teilnehmer im Gasthof Blume um 13:30 Uhr bereits von Herrn Reitze, dem Bürgermeister von Leibertingen, sowie den Herrn Spreitzer und Vedel von clean energy GmbH als projektverantwortliche Planer begrüsst wurden. Nachdem sich die Teilnehmer beim Mittagessen gestärkt hatten, erläuterten Bürgermeister Reitze und Herr Vedel das Projekt sehr ausführlich. Das Nahwärmenetz ist ca. 5,5 KM lang und erstreckt sich über fast den ganzen Ort. Derzeit werden 96 Gebäude mit Wärme versorgt. Die Biogasanlage ist zweitgeteilt und liegt knapp 1 km vom Dorf entfernt. Der Fermenter und ein BHKW sind am Hof, das 2011 zugebaute Satelliten-BHKW, das in diesen Tagen in Betrieb genommen wird, steht im Gewerbegebiet und ist Teil der Heizzentrale Leibertingen. In der Heizzentrale ist ebenfalls die Hackschnitzelheizung untergebracht.
Mit der Besichtigung der Heizzentrale im Gewerbegebiet und weiteren Erläuterungen, machte sich die neugierige Gruppe bei Einbruch der Dunkelheit dann wieder zufrieden und mit vielen neuen Informationen und Erkenntnissen auf den Heimweg. Das Echo der Teilnehmer war eindeutig: Die Exkursion hat sich gelohnt und es wäre schön und wichtig für unseren Ort gewesen, wenn noch mehr Bürgerinnen und Bürger daran teilgenommen hätten.
29.8.2011
Die Fertigstellung der Machbarkeitsstudie ist für Ende August angekündigt, hier sollen die Ergebnisse einer aktuellen Bürgerbefragung bzgl. Wärmeabnahmemenge noch mit einfliessen. Nach jetzigem Stand besteht kein Zweifel an der Machbarkeit des Projekts.
Das Projektteam arbeitet in unveränderter Besetzung. In vielen persönlichen Gesprächen wurden im Juli nochmals potenzielle Wärmeabnehmer und Haushalte kontaktiert. Auf Basis der aktuellen Datenerhebung werden nun Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorgenommen.
Die Gründungsversammlung von „BreitnauEnergie“ ist auf den auf 18.10.2011 terminiert, eine Satzung ist bereits erarbeitet.
Die Arbeitskreis-Mitglieder informieren laufend in zahlreichen Gesprächen Bürger und Anschlusswillige. Die Bürgerinformationen Nr. 4 u. 5 wurden mit dem Breitnauer Gemeindeblättle am 13.05. bzw. 03.08.2011 verteilt.
Im Bereich Technik ist die konkrete Planung des Trassenverlauf auf der Basis der aktuellen Erhebungen einer der nächsten Schritte, die Grobplanung hierfür steht bereits. Daneben geht es darum, sich einen Überblick über die erforderlichen technischen Einrichtungen zu verschaffen und das Ausmass und die Ausstattung der Heizzentrale zu planen.
24.5.2011
Die Gemeinde Breitnau hat knapp 2000 Einwohner und liegt ca. 30 Kilometer östlich von Freiburg. Breitnau zeichnet sich durch ein großes Potenzial bei landwirtschaftlicher Nutzfläche, Vieh und Waldfläche aus. Die Gemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, ein Nahwärmenetz (KWK auf Biomassebasis) für den Ortskern zu bauen. Daran sollen alle öffentlichen Gebäude (Sporthalle mit Hallenbad, Schule, Rathaus, Kirche, Hotels) und möglichst viele private Verbraucher angeschlossen werden. Im Sommer 2010 gründete sich das Projektteam „Bioenergiedorf“, das mittlerweile aus 15 Personen besteht und 5 Untergruppen gebildet hat (Projektsteuerung Strategie/ Öffentlichkeitsarbeit/ Technik/Energielieferanten / Energieabnehmer).
Inzwischen wurden eine Bürgerbefragung in der Ortsmitte zur Anschlussbereitschaft an das geplante Nahwärmenetz und zwei Informationsveranstaltungen durchgeführt. Bei der Befragung wurde ein Abnahme-Potenzial ca. 4.310 MWh Wärme in den nächsten Jahren ermittelt. Die AK-Mitglieder haken derzeit bei den Bewohnern im Bereich des geplanten Nahwärmenetzes nach, um bis spätestens Ende 06/2011 mittels einer schriftlichen Absichtserklärung einen gesicherten Überblick über die Anschlussbereitschaft und die abzusetzende Wärmemenge insgesamt zu erhalten. Gezielte Bürgerinformation findet regelmäßig als Beilage zum Gemeindeblatt statt, die Bürger werden über den Projektstand und die Arbeit des Arbeitskreises informiert.
Die Gemeinde hat die Firma Zelsius aus Blumberg mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die bis Ende Mail 2011 fertig gestellt werden soll.
20 Bürgerinnen und Bürger aus Breitnau besuchten am 26.11.2011 die Bioenergiedörfer...
Die Kampagne BioenergieRegion Südschwarzwald Plus lädt am 25.10.2011 zum 5. Kommunalforum...
Gemeinden auf dem Gebiet des Naturparks Südschwarzwald können sich mit bis zu 20.000 Euro bei der...