26.07.2011

Dettighofener Delegation auf Exkursion nach Grosselfingen und Hochdorf

Eine 20-köpfige Delegation aus Dettighofen besuchte am 16.7.2011 die Bioenergiedörfer Grosselfingen und Hochdorf und konnte sich aus erster Hand über theoretische und praktische Aspekte informieren. Hier der Bericht der Gemeinde Dettighofen im Wortlaut:


Besichtigung der Heizzentrale in Hochdorf

Vortrag im Bioenergiedorf Grosselfingen

Eine 20-köpfige Gruppe an interessierten Bürgerinnen und Bürgern konnte am 16.07.2011 eine ausgesprochen interessante, kurzweilige und informative Fahrt zu den bestehenden Bioenergiedörfern nach Grosselfingen im Zollernalbkreis und Hochdorf im Landkreis Biberach unternehmen. In beiden Orten wurde die Gruppe von kompetenten Referenten und Gastgebern in das jeweilige Projekt und deren Eigenheiten eingeweiht. Bei der Besichtigung der jeweiligen Anlagenteile hatten die Teilnehmer die Möglichkeit das Ergebnis der theoretischen Vorträge in der Praxis zu begutachten.

Grosselfingen:
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Möller informiert Herr Keller von der Fa. Clean-Energy zunächst über die Vorteile eines Bioenergiedorfes bzw. die sinnvolle Aufstellung einer Wärmekonzeption für eine Biogasanlage, welche oft Ausgangspunkt für ein Wärmenetz ist. Danach erläuterte er die konkrete Umsetzung des Projektes in Grosselfingen. Die Fa. Clean-Energy tritt als Netzbetreiber auf. Grundlage für die Wärmelieferung ist eine Biogasanlage mit rund 500 kW Leistung. Herr Keller gab Tipps zur Umsetzung des Projektes. Viele Hürden, vor allem auch psychologische Hürden müssen gemeistert werden.

Im Anschluss an die Ausführungen gab Herr Hellstern von der Bürgergenossenschaft in Bittelbronn einen Einblick in die Schwierigkeiten bei einer rein über die Bürger organisierten Umsetzung. Neben den auch von Herrn Keller angesprochenen Hürden in jeder Umsetzung kommt bei dieser Betreiberlösung hinzu, dass i. d. R. Laien sich in die Rechtsmaterien von Gesellschaftsform, Verträgen und sonstiges einarbeiten müssen und vor allem auch Bereitschaft zur Übernahme eines finanziellen Risikos bestehen muss.

Herr Dihringer stand bei der anschließenden Besichtigung einer Übergabestation, sowie der Pumpstation für technische Fragen Rede und Antwort.

Hochdorf:
Bürgermeister Bonelli begrüßte die Truppe als Gastgeber, gleichzeitig aber auch als Vertreter des Netzbetreibers, da anders als in Hochdorf und Bittelbronn die Gemeinde selbst das Wärmenetz in Hochdorf betreibt. Herr Bonelli führt als treibende Kraft in der Umsetzung in die Eigenheiten des Projektes in Hochdorf ein und geht auf Schwierigkeiten in der Umsetzung und Lösungsansätze bei Problemen ein. In Hochdorf wird das Wärmenetz von der Abwärme einer der größten Biogasanlagen im Land Baden-Württemberg gespeist. Als weitere Heizquelle wurde eine Holzhackschnitzelanlage gebaut, deren Wärme derzeit aber noch nicht benötigt wird. Diese Wärme wird erst beim Ausbau des Wärmenetzes benötigt.

Neben Herr Bonelli stehen Herr Huchler vom betreuenden Ingenieurbüro und Herr Dobler als Betreiber der Biogasanlage für Fragen zur Verfügung. Beide führen die Gruppe im Anschluss an die theoretischen Ausführungen durch die Heizzentrale mit Holzhackschnitzelkessel und die Biogasanlage, die Herr Dobler mit einem weiteren Landwirt betreibt. Als Reserve für Ausfallzeiten wurde neben dem Biomassekessel ein Pufferspeicher mit einem Fassungsvolumen von 100.000 l gebaut.


Allen Gastgebern und Referenten gebührt Dank und Respekt für die jeweilige Umsetzung der Projekte. Von beiden Orten konnten viele Anregungen und Ideen für das eigene Projekt mitgenommen werden.