01.12.2011

Breitnauer Bürger besichtigen die Bioenergiedörfer Immendingen-Mauenheim und Leibertingen

20 Bürgerinnen und Bürger aus Breitnau besuchten am 26.11.2011 die Bioenergiedörfer Immendingen-Mauenheim und Leibertingen. Hier der Bericht der Gemeinde Breitnau im Wortlaut:


Die Breitnauer Delegation

Viele interessante Eindrücke

Kompetente Experten

Im Rahmen des Gewinns „Bioenergiedörfer am Start“  machte sich eine Gruppe von 20 interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Breitnau  am 26.11.2011 mit dem Bus auf den Weg in die Bioenergiedörfer Immendingen-Mauenheim und Leibertingen, um sich vor Ort davon zu überzeugen, wie der Betrieb eines Nahwärmenetzes in Kombination von Biogasanlage und einer Holzhackschnitzelheizung in Theorie und Praxis funktioniert. Die beiden Orte wurden gezielt gewählt, weil Sie nahezu deckungsgleich mit der in Breitnau beabsichtigten Realisierung sind.

Nach der pünktlichen Abfahrt bereits um 8:00 Uhr morgens in Breitnau war der erste Zwischenstopp in Geisingen im Tagungszentrum des Hotel Sternen.  Der Vorstand der solarcomplex AG i. Singen/Htwl., Herr Bene Müller, demonstrierte dort mit seinen Ausführungen und fundierten Fakten sehr anschaulich die Ist-Situation sowie weitere Entwicklung nach der Energiewende. Die solarcomplex AG plante, realisierte  und betreibt im Bodenseeraum teilweise selbst mehrere Projekte und verfügt somit über viel Erfahrung. So wurde auch Immendingen-Mauenheim als erstes Bioenergiedorf in Baden-Württemberg realisiert. Nach anregender Diskussion mit Herrn Müller, ging dann die Fahrt zügig weiter nach Mauenheim. Seit 2006 versorgt sich der Ort strom- und wärmeseitig komplett aus heimischen erneuerbaren Energien.  Über ein 4 km langes Nahwärmenetz wird Wärme aus einer Biogasanlage und einer Holzhackschnitzelheizung an rund 70 Gebäude geliefert. Vor Ort konnten die Teilnehmer dann unter sachkundiger Anleitung von Frau Gaukler von solarcomplex die Biogasanlage als auch die Heizzentrale mit Hackschnitzelbunker und Pufferspeichern besichtigen. Viele neugierige Fragen wurden gestellt und für die Teilnehmer fachkundig beantwortet.

Weiter ging dann die Fahrt nach Leibertingen, wo die Teilnehmer im Gasthof Blume um 13:30 Uhr bereits von Herrn Reitze, dem Bürgermeister von Leibertingen,  sowie den Herrn Spreitzer und Vedel von clean energy GmbH als projektverantwortliche Planer begrüsst wurden. Nachdem sich die Teilnehmer beim Mittagessen gestärkt hatten, erläuterten Bürgermeister Reitze und Herr Vedel das Projekt  sehr ausführlich. Das Nahwärmenetz ist ca. 5,5 KM lang und erstreckt sich über fast den ganzen Ort. Derzeit werden 96 Gebäude  mit Wärme versorgt.  Die Biogasanlage ist zweitgeteilt und liegt knapp 1 km vom Dorf entfernt. Der Fermenter und ein BHKW sind am Hof, das 2011 zugebaute Satelliten-BHKW, das in diesen Tagen in Betrieb genommen wird,  steht im Gewerbegebiet  und ist Teil der Heizzentrale Leibertingen. In der Heizzentrale ist ebenfalls die Hackschnitzelheizung untergebracht.

Mit der Besichtigung der Heizzentrale im Gewerbegebiet und weiteren Erläuterungen, machte sich die neugierige Gruppe bei Einbruch der Dunkelheit dann wieder zufrieden und mit vielen neuen Informationen und Erkenntnissen auf den Heimweg. Das Echo der Teilnehmer  war eindeutig: Die Exkursion hat sich gelohnt und es wäre schön und wichtig für unseren Ort  gewesen, wenn noch mehr Bürgerinnen und Bürger daran teilgenommen hätten.